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Der Preis von Lindwerder 2020

von Janna Kruhl

Am 26. und 27.09.2020 ist der sonst im Juni stattfindende „Preis von Lindwerder“ vom auf der Havelinsel Lindwerder beheimateten Yacht-Club Müggelsee ausgerichtet worden. Als Sachpreis gab es für alle Teilnehmer neongelbe Leibchen mit dem Aufdruck des Veranstaltung.


Wir (von den anderen gern als „Tegeler“ bezeichnet) haben unsere Boote im Deutschen Segler Club e.V. für das Regattawochenende in Gatow untergebracht. An dieser Stelle ein herzliches Danke! Wir konnten ganz in Ruhe und allein am Samstagmorgen die Umkleidekabinen nutzen und das Motorboot und die Teenys slippen.  

 

 

Bei nasskaltem Herbstwetter sind wir an diesem Wochenende insgesamt vier Wettfahrten gesegelt (oder zum Teil getrieben).


Am Samstag konnten zwei Wettfahrten bei konstanten 3-4 Bft gesegelt werden. Der Kurs lag recht spät, sodass es sich bei der Kreuz um einen sehr langen Streckbug mit Anlieger zur Tonne 1 handelte. Das Wetter an diesem Tag bereitete den Teilnehmern die größere Herausforderung. Zwischendurch sind die Finger eingefroren und die Zähne klapperten. Also gab es unter Anfeuerung der Trainer Aufwärm-Übungen auf den Booten. Nach der zweiten Wettfahrt teilte uns die Wettfahrtleitung mit, dass in Spitzen 35 kn im Anflug auf die große Breite seien, sodass keine Wtf an diesem Tag mehr angeschossen worden ist. Im Nachhinein stellte sich das als kluge Entscheidung heraus. Nach dem langen Halb-/Amwindkurs zurück in den Hafen waren wir alle klitsch-nass und durchgefroren. Selbst der warme Tee aus der Thermoskanne konnte daran nichts mehr ändern. Schnell noch Boote abbauen & dann nichts wie in die warme Badewanne!


Der Sonntag begann überraschenderweise mal nicht mit Regen! Alle Segel wurden hochgezogen & konnten nun endlich trocknen. An diesem Morgen war es trubeliger vor Ort, da der KaR nach den Wettfahrten am Samstagnachmittag auch seine Boote in den DSC gelegt hatte. Im Gegensatz zum vorherigen Tag wartete nur ein schwaches Lüftchen auf uns. Ohne den Schlepp zum Regattagebiet ging es nicht.


Etwas überraschend wurde dann die Klassenflagge gesetzt. Die erste Kreuz gestaltete sich sehr zäh. Auf dem Raumwind-Schenkel angekommen setzte dann endlich etwas segelbarer Wind ein. Nach einer Runde Segelspaß setzte dann verständlicherweise bei manch einem Team schon einmal zwischendurch die Konzentration aus.


In der vierten und letzten Wettfahrt vollzog sich ähnliches. Der Wind war selten konstant und drehte. Besonders frustriert war ein Schiff, das den Halbwindkurs von Tonne 1 zu Tonne 2, der fast einem Amwindkurs glich, nicht halten konnte & von fünf Schiffen überfahren wurde, bevor es den Spi geborgen hatte. In Runde zwei setzten vereinzelt über den See einige Windstriche ein. An Tonne 3 wurde dann noch einmal das Feld gewürfelt und es galt Ruhe ins Schiff zu bringen, zu fahren und einfach zu hoffen, dass der kleine Böen-Strich mit einem mitwandert. Besonders glücklich war an Tonne 1 dann Niko mit seiner Vorschoterin Emma (KaR), die als erste mit nur einem knappen Vorsprung in das verkürzte Ziel einliefen.


Das Team mit Jakob und Oskar konnte an diesem Wochenende wieder eine konstante Serie präsentieren und noch einmal gemeinsame Wasserzeit vor der Teilnahme an der IDJüM 2020 sammeln.


Mit dem Preis von Lindwerder haben wir als Berliner unsere vierte Ranglistenregatta im Sack und beenden einen kleinen Regattamarathon, der am Ende der Saison 2020 begann.

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