CHRONIK DER TSV

Die 50er Jahre - Der Wiederaufbau

Nach dem Krieg blieb ein großes Trümmerfeld mit zersplitterten und verbrannten Booten und vielen Bombentrichtern zurück. Es begann die harte Zeit des Wiederaufbaus. Viele Mitglieder hatten nicht nur ihre Boote, sondern auch ihre Wohnungen verloren. Die Zeit nach 1945 war gesetzlos, Verträge waren hinfällig. Paul Müller und Erich Otto gingen zum Bürgermeister von Tegel (den gab es 1945), meldeten die Touren-Segler-Vereinigung wieder an und sicherten so das Grundstück.

files/MyLayout/img/03chr_51.jpg Ein kleines Häuflein Mitglieder hatte sich zum beginnenden Neuaufbau eingefunden, um den Platz erst einmal aufzuräumen. Die zertrümmerten Boote gingen als teures Brennholz in die Öfen, die Bombentrichter wurden zugeschüttet - Schutt war ja genug da. Die erste Sitzung fand bei Erich Otto in Lübars statt. Paul Müller wurde Vorsitzender.

Anfangs waren es ungefähr 10 bis 15 Mitglieder, jedoch kamen bald heimkehrende Soldaten und alte Mitglieder, die wieder Mut bekommen hatten, hinzu. Das kleine Häuflein von Mitgliedern vergrößerte sich, und da zu dieser Zeit Segelverbot herrschte, konnte man an dem Aufbau des Clubhauses arbeiten. Ende 1948 war es geschafft!

files/MyLayout/img/03chr_52.jpg Als jüngstes Mitglied war Jürgen Stephan der erste, der 1949 mit einem Neubau kam, einer aus Kiefer gebauten 10 qm Sharpie-Jolle - der war vielleicht stolz! Kamerad Häske hatte sich ein altes Minenräumboot als Wohnboot umgebaut und fungierte als Hausmeister. So war das Gelände das ganze Jahr über bewacht. Da das Schiff wegen seiner Größe nicht aufgeslippt werden konnte, wurden im Winter immer einige Arbeitsdienste zum "Eis freisägen" fällig. In dieser Zeit standen alle Boote auf unserem Vereinsgelände, abgedeckt mit alten Omnibusdächern. Das Auf- und Abslippen erfolgte mit Muskelkraft. Die Boote wurden mit Schwarten und Rollen zur Slipanlage geschoben, kleine Schiffe über Reifen zu Wasser gebracht.